Vertrauensfrage: Voodoo-Priester oder RKI?

Die Zahlen zu Omikron können nicht stimmen - sie werden vom RKI auch nicht mehr aktualisiert.


In jeder Krise, sei es privat, sei es beruflich oder wie jetzt in der Pandemie ist es wichtig, dass man über "Haltepunkte" verfügt, die auch im größten Chaos für ein Rest an Stabilität sorgen. Dazu könnten Zahlenwerke und Analysen von Experten zählen, welche offen und aufrichtig die Dinge so benennen wie sie sind, aber auch unspektakulär und objektiv versuchen, die weitere Entwicklung zu prognostizieren.


Wenn man nun in unterschiedlichen Bereichen über Experten spricht, stellt sich doch bei Vielen ein fader Beigeschmack ein, denn der Begriff "Experte" ist in Deutschland genauso abgenudelt, wie die Bezeichnung "Made-in-Germany". Das, was einst ein Aushängesymbol deutschen Sachverstandes, Leistung und Qualität gewesen ist, ist nur ein Schatten seiner selbst und wenn man die Vergangenheit der letzten Jahre und Jahrzehnte betrachtet, wäre man sicherlich oft gut darin beraten gewesen, genau das Gegenteil von dem zu tun, was "deutsche Experten" vorgeschlagen haben.


In wie weit die Glaubwürdigkeit des RKI seit Pandemiebeginn, mit den teils konträren Aussagen gelitten haben mag, kann jeder für sich selbst entscheiden. Die aktuellen Berichterstattungen, dass das RKI Indizien nur noch schätzen tut oder dass die Übersterblichkeit 15 Prozent geringer ausfallen mag, als in der RKI-Statistik ausgewiesen, zeichnen nur ein Bild von einem sonst schon desaströsen Auftreten, wie man es auch nach den Weihnachtsfeiertagen sehen konnte, da man es auch noch nach zwei Jahren Pandemie nicht geschafft hat, über die Feiertage hinweg, vernünftige und glaubhafte Zahlenwerke zu präsentieren.


Was ist aus dem Land geworden, in welchem alles reglementiert ist, wo selbst eine Klorolle eine DIN-Norm aufweisen muss, wo deutsche Gründlichkeit und deutscher Bürokratismus einst als ein verlässlicher Aspekt tief verankert gewesen ist? Selbst einfachste Statistikzahlen können nicht mehr erfasst, geschweige denn realwirklich interpretiert werden, um daraus sinnhafte Entscheidungen zum Wohle und Nutzen des Volkes zu gewinnen.


Omikron-Zahlen müssen falsch gewesen sein


Seit einiger Zeit veröffentlicht das RKI unter der Überschrift "Tägliche Übersicht zu Omikron-Fällen" die tagesaktuellen Zahlen u.a. zu den Omikron-Infektionen, der Hospitalisierung und den Todesfällen.


Während die Medien allenorts von einer einer Omikron-Welle berichten, während man in seinem Wohnbereich wie auch persönlichen Umfeld eine Explosion der Corona-Fallzahlen feststellen kann, können die offiziellen Zahlen des RKI nicht gestimmt haben.


Noch am Freitag sahen die Zahlen wie folgt aus. Die Informationen haben wir sowohl aus der täglichen Omikron-Übersicht, sowie aus dem Dashboard des RKI entnommen. Demzufolge müsste Omikron, in Bezug auf alle Corona-Fälle, nur mit ca. 14,8 Prozent beteiligt sein.



Da diese Zahlen nach jeglicher Logik und Wahrscheinlichkeitsrechnung nicht stimmen können, haben wir eine Anfrage an die Pressestelle des RKI gerichtet.



Die Antwort der Pressestelle fiel wie erwartet nüchtern und unergiebig aus:


"Wir können generell keine externen Tabellen oder Schlussfolgerungen prüfen. Die Situation ist im Wochenbericht und den diversen Daten unter www.covid-19.de ausführlich beschrieben."


Kleiner Hinweis: wir haben die Pressestelle darauf aufmerksam gemacht, dass die angegebene Domain falsch ist und zum Verkauf steht, worauf die Internetadresse in einer Folgemail seitens der Pressestelle auf www.rki.de/covid-19 korrigiert wurde.


Keine neuen Daten mehr zu Omikron


Wenn wir nun schlussfolgern, dass die veröffentlichten Zahlen des RKI falsch gewesen sein müssen, da die Relation aller Corona-Neuinfektionen nicht zu den Omikron-Neuinfektionen passen können, mag dies für einen brisant, für jemand anderen uninteressant sein.


Interessant ist jedoch, dass die Internetseite des RKI mit den täglichen Omikron-Fällen seit Freitag nicht mehr aktualisiert wurde. Zuvor wurde diese Seite täglich überschrieben, jetzt sind dort noch die Werte vom 21.01.2022 enthalten.


Ob dies nun die Reaktion aufgrund der Presseanfrage ist, ob man ggf. selber zur Erkenntnis gekommen sein mag, dass dort etwas nicht stimmen kann oder ob die Zahlen jetzt mal wieder verspätet nachgereicht werden, sei einmal dahin gestellt.



Anmerkung: in dem Wochenbericht vom 20.01.2022 weist das RKI Omikron (B.1.1.529) mit einem Anteil von 62,4 Prozent aus. Wie kann es dann sein, dass wenn man die Zahlen des täglichen Omikron-Berichts als Grundlage nimmt, zu ganz anderen Quoten kommt?


Selbst innerhalb einer Übersicht werden Zahlen aufgeführt, welche voneinander abweichen, wenn auch nur minimal, aber es geht hier ums Prinzip.


Der Glaubwürdigkeit des RKI tut dies jedoch keinen Abbruch, denn diese ist in vielen Augen inzwischen so geschädigt, dass es auf eine weitere "Datenpanne" nun auch nicht mehr ankommt.




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#RKI, #Omikron, #Corona, #Covid19, #Datenpanne, #Glaubwürdigkeit, #Presseanfrage

 

Datenquelle1: Epochtimes.de (15 Prozent weniger Übersterblichkeit als Corona-Tote ...)

Datenquelle2: Focus.de (RKI schätzt Inzidenzen jetzt nur noch)

Datenquelle3: RKI (Tägliche Übersicht zu Omikron-Fällen)

Datenquelle4: RKI (Wochenbericht vom 20.01.2022)

Bildnachweis: Bigstockphoto.com/Stockfoto-ID: 431392052

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