Vandalismus - und die drei Siebe des Sokrates

Wenn die vermeintlichen Täter später nicht mehr ins zuvor festgelegte Rollenbild passen.

Vandalismus und die drei Siebe des Sokrates

In der Johanneskirche in Stuttgart-Feuersee wurde in der Nacht zum 2. Advent "randaliert". Hierbei wurde Feuerlöschpulver versprüht, Fenster im Chorraum zerstört (auch ein historisches Fensterrelief von 1876), Bänke herausgerissen und Bücher zerstört.


Wenn man die Medien der letzten Monate aufmerksam verfolgt hat, ist dies nicht der erste Angriff gegen Gotteshäuser gewesen und so manche Kirche verfügt inzwischen über Alarmanlagen oder eine Kameraüberwachung.


Nach dem ersten Schock stellt sich dann natürlich die Frage nach dem Täter und dessen Motivation. Das Christen weltweit zu der größten Religionsgruppe gehören, welche verfolgt und diskriminiert werden weiß jeder, der sich objektiv mit dieser Thematik auseinander setzt.


Wie sieht aber die Reaktion der Kirchen aus, wenn es zu Übergriffen auf Christen oder Kirchen kommt? Vergleichsweise sieht man es auch bei dem Antisemitismus. Da man ja seit 2015 dafür sorgt, dass die "eigenen Schäfchen" alles gut zu finden haben, was mit der Asylindustrie einher geht - und man hierbei genügend freiwillige Gleichdenkende gefunden hat, darf sich der erste, und möglicher Weise auch zweite Gedanke nicht gegen diejenigen richten, welche doch dringend benötigt werden, um durch deren Unterstützung das ewige Seelenheil erreichen zu können.


Eine objektive Zurückhaltung wäre in einen solchen Fall angebracht, zumindest solange, bis die Ermittlungsbehörden ihre Untersuchungen abgeschlossen haben, aber weit gefehlt. Während die Kirchen bei unterschiedlichen Sachverhalten, so es dann passen sollte, gerne "Rechte" als Täter in Spiel bringen, so hat man nun ein weiteres "Feindbild" entwickelt, deren Mitglieder inzwischen gerne als Sündenböcke herangezogen werden können - nämlich diejenigen Personen, welche ein Problem mit den Corona-Maßnahmen haben. Bezeichnungen wie Corona-Leugner, Schrubbler, Verschwörungstheoretiker haben eine neue Gruppierung geschaffen, wo man doch gerne eine gemeinsame Schnittmenge sucht und auch hier wieder die "Rechten" ins Spiel bringt.


Im vorliegenden Fall äußerte Pfarrer Dr. Christoph Dinkel (Zitat Bild.de): "Das waren wohl welche, die mit ihren aufgestauten Aggressionen nicht zurechtkamen, vielleicht auch wegen Corona."



Gerade als Priester sollte man von Vorverurteilungen Abstand nehmen, aber mittlerweile scheint man dermaßen in den eigenen Ideologien gefangen sein, dass man mit allem Schlechten was einem widerfährt sofort Personen aus den vorgenannten Gruppen in Verbindung zu bringen sucht, denn es darf ja bekannter Weise nichts sein, was nicht sein darf.


Bei dem Tatverdächtigen handelte es sich jedoch um einen 37jährigen, ohne festen Wohnsitz, der auch anderweitig randaliert hatte und z.B. einen Bauzaun auf Schienen geworfen, und eine Frau sexuell belästigt haben soll. Aufgrund "psychischer Probleme" war er in eine Klinik eingewiesen worden. Diese Täterverhaltensweise lässt einen Schluss zu, welcher zwischen den Zeilen zu finden ist und nichts mit "Corona-Leugner", "Querdenkern" oder "Rechten" zu tun hat.


Manch ein Geistlicher sollte sich auch außerhalb seiner Predigten mit den "drei Sieben des Sokrates" befassen: "Wahrheit, Güte, Notwendigkeit", bevor er etwas in der Öffentlichkeit kund tut:

  1. Ist es wahr, was gesagt wurde?

  2. Ist der Inhalt der Erzählung gut?

  3. Ist es notwendig, dies jetzt weiter zu erzählen?

Wenn es nicht wahr ist oder man es nicht prüfen kann, wenn es nicht gut und nicht unbedingt notwendig ist, warum erzählt ihr es dann?

 

Datenquelle1: Bild.de (Chaot verwüstet Kirche in Stuttgart)

Datenquelle2: Stuttgarter-Nachrichten.de (Tatverdächtiger in Klinik eingewiesen)

Bildnachweis: Pixabay.com/ddzphoto

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