Schockanrufe bei Senioren - Telefonanbieter mitschuldig



Schockanrufe bei Senioren nehmen seit geraumer Zeit überhand. Wie groß die Erfolgsquote der Täter ist, welche in Kombination: Callcenter (im Ausland) und "Geldeinsammler" (vor Ort) bundesweit agieren und wie groß die nicht gemeldete Dunkelziffer sein mag, kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden.


Eine einheitliche Bezeichnung außer bei der Zuordnung zu dem Deliktsfeld BETRUG, ist zum Teil abhängig von der aufnehmenden Dienststelle oder den journalistischen Veröffentlichungsportalen. Die Titulierung reicht von "Schockanruf", über "betrügerische Anrufe", bis hin zu der Angabe, dass sich "falsche Polizeibeamte" mit den Opfern telefonisch in Verbindung gesetzt haben.


Glücklicher Weise reagieren viele der Betroffenen skeptisch, fragen gezielt nach oder beenden die Telefonate. Bei erfolgreichen Täuschungshandlungen haben oft aufmerksame Bankangestellte die Situation richtig eingeschätzt und die richtige Polizei hinzu gezogen. Dennoch gibt es immer wieder Vorfälle, wo die Täter zum Erfolg gelangen.


Wie groß der Schock oder eine Traumatisierung für Angerufene sein muss, kann nur erahnt werden. In der Regel werden sie mit Ausnahmesituationen (schwerer Verkehrsunfall, Tod eines Angehörigen oder dessen schwere Verletzung oder einen, vom Angehörigen verursachten Schadensfall, etc.) konfrontiert. Über mehrere Minuten und mehrere Anrufe hinweg, teils sogar über zwei drei Tage, erschleichen sich die Täter auf perfideste Art und Weise das Vertrauen der Opfer, so dass diese sich letztendlich tatsächlich in der Annahme befinden, mit einem Angehörigen zu telefonieren oder nur durch eine horrende Zahlung die Sachlage für ihren Angehörigen klären zu können.


Telekommunikationsanbieter mitschuldig


Wie kann es überhaupt dazu kommen, dass Täter immer wieder Senioren für ihre telefonischen Betrugsversuche ausfindig machen können? Sicherlich ist dies dem Umstand geschuldet, dass gerade die älteren Generationen noch mit dem Telefonbuch aufgewachsen, und dort noch verzeichnet sind. In Kombination mit älteren und nicht mehr zeitgemäßen Vornamen bietet sich hier Tätern ein umfangreiches Sammelsurium von potentiellen Opferdaten, auf welche sie zugreifen können.


Aber was ist mit den Telekommunikationsbetreibern?


Sicherlich wird man hier wieder auf den Datenschutz verweisen, aber dennoch sollte es in der heutigen Zeit problemlos möglich sein, solche Fake-Anrufe identifizieren, und die Leitungen sperren zu können. Ungeachtet der dahintersteckenden Technik muss die IT Auffälligkeiten bei diesen Telefonaten feststellen und zurückverfolgen können.


Demzufolge kann die Devise für aufnehmende Polizeibeamten nur lauten: fragt die Opfer nach deren Telefonanbieter und tragt diesen als Beschuldigten in die Strafanzeige mit ein, denn hier sollte nach rechtlicher Würdigung eine Beihilfe zu einer Straftat durch Unterlassen vorliegen.


Durch eine solche Anzeigenerstattung werden die Telekommunikationsanbieter sowohl rechtlich, wie auch medial unter Druck gesetzt sich dieser Sachlage annehmen zu müssen. Vielleicht kann man auf diesem Wege die eine oder andere Straftat und die eine oder andere Traumatisierung eines Senioren verhindern.


Beispiele für Schockanrufe: Presseportal Blaulicht

Bildquelle: WIX.com




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