Netzwerk der Terroristen

Bundesweite Verbindungen von radikalisierten Islamisten, welche für den Dschihad trainieren.


Am 28.10.2021 fand in Düren (NRW) eine Razzia gegen mehrere Tatverdächtige im Alter zwischen 16 und 22 Jahren statt, welche nach ersten Informationen einen Anschlag nach IS-Muster geplant haben sollen.


Neueste Erkenntnisse ergaben, dass diese kleine Gruppe konspirative Verbindungen zu einer Vielzahl anderer Dschihadisten in ganz Deutschland unterhalten hat. Die Polizei richtete hierzu eine Ermittlungsgruppe "Stern" ein, da sich das Netzwerk auf einer Karte ähnlich abbildete.


Die Gruppe, welche exemplarisch für andere radikalisierte Einzelpersonen und Gruppen steht, insbesondere für Jugendliche und Heranwachsende in der Altersgruppe von 15 bis 25 Jahren, holte sich Informationsmaterial und Anleitungen, welche den Umgang mit Waffen, bis hin zu konkreten Anschlagsszenarien zeigten, aus Propagandavideos des IS (Islamischer Staat). Diese Videos als Muster nutzend, trainierten sie im Wald mit Messern und Äxten den direkten Kampf gegen Ungläubige, sogenannte Kuffar. Auch entbehrungsreiche Situation (Überleben in der Wildnis) wurden geprobt und im Rahmen der fortlaufenden Radikalisierung träumte man von einem Kalifat im Sinne der Rechtsprechung der Sharia.


Erschreckend ist in diesem Zusammenhang die Aussage des Leitenden Kölner Kriminaldirektors Klaus-Stephan Becker, der offen einräumt, dass nicht nur eine neue Dschihad-Generation in Deutschland entsteht, sondern das der Personenkreis vom Altersdurchschnitt immer jünger wird und diese Szene über keinerlei Nachwuchsprobleme verfügen soll.


In wie weit andere radikalisierte und militante Gruppierungen über Distanzwaffen bis hin zu Explosivstoffen verfügen, ist nicht bekannt, kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Angesichts der Tatsache, dass manche Gruppen zu Trainingszwecken ins Ausland reisen und/oder Verbindungen in die Auslandsstrukturen der Terrororganisationen pflegen, liegt es sehr nahe, dass sich "entsprechendes Material" bei den Dschihadisten befindet oder, im Falle von konkreten Anschlagsplanungen, zur Verfügung gestellt wird. Eine Lieferung nach Deutschland stellt dabei sicherlich eines der kleineren Probleme dar.


Auch die Nationalität dieser Personenkreise scheint nicht unbedingt von Bedeutung zu sein. In Düren hatten sich Personen mit deutscher, deutsch-russischer und türkischer Nationalität zusammengefunden. Einer der Haupttäter war Konvertit und hatte bis zu 30 Jugendliche und Heranwachsende mit der Salafisten-Ideologie indoktriniert. Also lief auch hier die Nachwuchsgewinnung auf Hochtouren.


Womit ist also zukünftig zu rechnen?

Es wird sehr viel Arbeit für die Sicherheitsorgane in unserem Land geben. Radikalisierungen frühzeitig zu erkennen ist eine Sache, ihnen wirkungsvoll entgegen zu wirken ist etwas anderes.


Im Zuge der Flüchtlingskrise ab 2015 sind wir immer wieder belogen worden. Natürlich haben sich unter die Flüchtlingsströme gewaltbereite Personen und Attentäter gemischt. Diese sind inzwischen bundesweit vertreten. Niemand kann auch nur annähernd einen Überblick darüber haben, wer sich wo aufhält, wie konspirativ kommuniziert wird und welche Verbindungen bestehen. Alias-Personalien und falsche Identitätspapiere sind keine Seltenheit, welche dann Ermittlungen besonders erschweren. Dazu kommen noch selbst fabrizierte Umstände, welche so dumm und naiv sind, dass man es einfach nicht glauben möchte. Über einen dieser Umstände berichten wir hier demnächst - es geht um "Jens Spahn und 50.000 SIM-Karten".


Sicherlich haben die Sicherheitsbehörden Informationen zu Netzwerken, wie auch in dem Fall in Düren, aber da diese Netzwerke eigenständig und unabhängig agieren, bedarf es sicherlich dem Zufall, um Kenntnis von ihnen und ihren Aktivitäten zu gewinnen. Die große Kunst ist es dann, rechtzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um Anschläge verhindern zu können.


In diesem Zusammenhang möchten wir das Buch "Operation Stauffenberg - Der letzte Ausweg für den Rechtsstaat" empfehlen. Es beinhaltet als fiktive Geschichte die Entwicklung, die Planung und die Umsetzung von Anschlägen, welche in der Vorweihnachtszeit und an Heilig Abend in der Kirche stattfinden.


Ist ein solches Szenario abwegig oder muss es einkalkuliert werden, insbesondere wenn Menschen, welche Christentum und Judentum hassen, Anschläge planen sollten?



In den letzten Tagen sind erstmals seit 2015 über 1.000 Flüchtlinge an nur einem Tag, über Belarus, nach Deutschland gekommen. Es werden dieselben Fehler gemacht wie 2015. Und auch hier besteht die Gefahr, dass sich unter diesen Flüchtlingen Personen aufhalten, welche gezielt nach Deutschland/Europa geschleust, um zu radikalisieren oder um Anschläge zu verüben.


Datenquelle: focus.de

Bildnachweis: Bigstock/bangkoker

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