5.000 Impftote - Diskussion um Beitrag von Lisa Fitz

Lisa Fitz bezieht sich auf einen Entschließungsantrag des Europäischen Parlaments.

5.000 Impftote - Diskussion um Beitrag von Lisa Fitz

Die Kabarettistin Lisa Fitz ist aufgrund eines Beitrags in der "Spätschicht des SWR", in welchem sie indirekt von 5.000 Impftoten gesprochen hat, in die Kritik der Medien geraten und in unterschiedlicher Art und Weise der Falschaussage bezichtigt worden.


Sofern das unten verlinkte Video des Auftritts in der Mediathek der ARD noch verfügbar sein sollte, kann ab Minute 2:20 gesehen werden, wie Lisa Fitz darüber spricht, dass sie sich informiert hat und dass das Europäische Parlament einen Fond zur Entschädigung der Opfer der „COVID-19-Impfstoffe“ beantragt hat. Ferner spricht sie über schwerwiegende Nebenwirkungen laut europäischer Arzneimittel-Agentur und sagt (Zitat): "Für 5.000 Menschen leider zu spät".


Nun erfolgte aufgrund dieses Auftritts in den letzten Tagen eine sich überschlagende Medienkritik gegen Lisa Fitz (nachfolgend eine kleine Auswahl der Pressetexte):


Offensichtlich hat sich keiner der Journalisten die Mühe gemacht die Quellenangabe zu recherchieren, welche Lisa Fitz direkt angegeben hat und die dahinterstehenden Aussagen kritisch zu beleuchten: Entschließungsantrag des Europäischen Parlaments (vom 23.09.2021).


Dieser Entschließungsantrag (B9-0475/2021) besagt u.a. folgendes:


Entwurf einer Entschließung des Europäischen Parlaments zur Einrichtung eines europäischen Fonds zur Entschädigung der Opfer der „COVID-19-Impfstoffe“


Das Europäische Parlament,

– gestützt auf Artikel 143 seiner Geschäftsordnung,


A. in der Erwägung, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur bereits rund eine Million Fälle von Nebenwirkungen nach der Impfung mit COVID-19-Impfstoffen aufführt:


– 435 779 Fälle beim Impfstoff von Pfizer BioNTech,

– 373 285 Fälle beim Impfstoff von AstraZeneca,

– 117 243 Fälle beim Impfstoff von Moderna,

– und 27 694 Fälle beim Impfstoff von Janssen1 ;


B. in der Erwägung, dass diese Nebenwirkungen mitunter schwerwiegend ausfallen; in der Erwägung, dass beispielsweise etwa 75 000 Personen nach der Verabreichung des Pfizer-Impfstoffs schwerwiegende neurologische Nebenwirkungen erlitten haben sollen;


C. in der Erwägung, dass nach Angaben der Europäischen Arzneimittel-Agentur die Verabreichung von COVID-19-Impfstoffen für rund 5 000 Personen in der Europäischen Union tödliche Folgen hatte:


– bei 4 198 Personen beim Impfstoff von Pfizer2 ,

– bei 1 053 Personen beim Impfstoff von AstraZeneca,

– bei 392 Personen beim Impfstoff von Moderna,

– und bei 138 Personen beim Impfstoff von Janssen;


D. in der Erwägung, dass die Europäische Kommission die Kaufverträge ausgehandelt hat und dabei kein Interesse an der Haftung der Arzneimittelhersteller zeigte; in der Erwägung, dass die Mitglieder des Europäischen Parlaments bei den Verhandlungen keinen Zugang zu den Verträgen hatten;


1. fordert die Kommission auf, einen Fonds zur Entschädigung der Opfer von COVID-19-Impfstoffen einzurichten;

2. beauftragt seinen Präsidenten, diese Entschließung der Kommission und den Mitgliedstaaten zu übermitteln.


Somit hat das Europäische Parlament über den eingereichten Antrag, basierend auf den Daten der Europäischen Arzneimittel-Agentur, zu entscheiden und im Rahmen der notwendigen Prüfung die Feststellung zu treffen, ob das Zahlenmaterial richtig interpretiert wurde, vollumfänglich der Wahrheit entspricht, nachgebessert werden muss oder ob der Antrag abgelehnt wird.



Erschreckend ist das Verhalten der Medien und der Öffentlichkeit. Eines der Grundelemente journalistischer Arbeit, nämlich eine objektive Recherche, fand nicht statt, denn sonst hätte man sich mit dem Entschließungsantrag des Europäischen Parlaments auseinander gesetzt. In den sozialen Medien haben Viele die unrecherchierten Äußerungen einfach übernommen und vollziehen nun aus eigenem Antrieb heraus Beleidigungen u.a. gegen Andersdenkende.


Ja, es ist richtig, dass es sich hier "nur" um einen Entschließungsantrag handelt. Es ist auch richtig, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) nur Verdachtsfälle sammelt und dass das deutsche Paul-Ehrlich-Institut (PEI) auch nur Verdachtsfälle meldet, welche im zeitlichen Zusammenhang (bis 4 Wochen) zu der Impfung stehen.


Ebenso ist es richtig, dass zwar ein zeitlicher Zusammenhang zur Impfung gegeben sein kann, aber ursächlich andere Umstände wie beispielsweise weitere Erkrankungen für die Impfnebenwirkungen oder den Tod verantwortlich sein können. Die Sicherheit, ob eine Person an oder mit Covid-19 gestorben ist, würde letztendlich nur eine Obduktion ergeben, welche jedoch eher die Ausnahme als die Regel ist.


Dennoch wird bei vielen Verdachtsfällen Covid-19 auch der tatsächliche Grund für Nebenwirkungen oder den Tod sein, insbesondere dann, wenn zuvor kein erkennbares oder im Zusammenhang stehendes Krankheitsbild ableitbar gewesen ist.


Wenn sich Lisa Fitz bei ihrem Redebeitrag auf die Ausführungen des Entschließungsantrags stützt, dann bezieht sie sich auf einen aktuell bestehenden und veröffentlichten Sachstand, welcher Grundlage für eine Entscheidung des Europäischen Parlaments sein wird.


 

Datenquelle1: ARD Mediathek (Lisa Fitz - Spätschicht im SWR am 18.12.2021)

Datenquelle2: Europäisches Parlament (Entschließungsantrag vom 23.09.2021)

Bildnachweis: Pixabay.com/geralt

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